Neubau des „Hauses der Begegnung“ als IBA-Projekt

Stellungnahme des Institutionstreffens Veddel

Im „ Institutionstreffen Veddel“ regelmäßig vertreten sind:

ASD, Familienhelden, Elternschule Wilhelmsburg, Schule Slomanstieg, Veddel aktiv, HdJ Veddel, Erziehungsberatungsstelle Wilhelmsburg, Internationaler Bund, Kita Uffelnsweg, Kita der ev.-luth. Immanuelgemeinde, Jugendamt Elbinsel, Spielhaus Katenweide, pro quartier, Bürgerinitiative ausländische Arbeitnehmer e.V./Integrationszentrum (BI)

Am 4. April 2011 erfuhr die Leitung der Kita Uffelnsweg im Rahmen einer Powerpoint-Präsentation zum geplanten „Haus der Begegnung“ im Stadtteilbeirat erstmalig von der Absicht, dieses IBA-Projekt nicht wie geplant am Wendehammer, sondern auf dem Spielplatz direkt vor der Kita Uffelnsweg zu realisieren. Sie reagierte mit nachvollziehbarem Unmut, dass diese Überlegungen nicht ansatzweise mit ihr vorbesprochen worden waren.

In den vergangenen Wochen wurde die Standortfrage innerhalb der Kita Uffelnsweg und in den Fachgremien des Stadtteils intensiv diskutiert. Das Institutionstreffen Veddel verweist an dieser Stelle auf das Positionspapier der Leitung der Kita Uffelnsweg, welches viele wichtige Kritikpunkte enthält und dessen Argumente umfassend diskutiert werden müssen.

 

Es geht aber noch um etwas anderes: An diesem Fall ist für uns stellvertretend der veränderte Umgang der Planer bei Bezirk und IBA mit der Bevölkerung und mit den Institutionen als „Experten“ ihres Stadtteil abzulesen. „Beteiligung“ wurde während der Laufzeit des STEP als Prozess der aktiven Einbeziehung von auf der Veddel lebenden und arbeitenden Menschen verstanden. Der jetzt zur Disposition stehende Spielplatz war das Ergebnis eines monatelangen aufwändigen Beteiligungsprozesses, in dem über die angrenzenden Institutionen hinaus vor allem Eltern und Kinder mit ihren Wünschen und Ideen aktiv einbezogen wurden. Dieses lebendige Verständnis von Beteiligung scheint zu IBA-Zeiten einer Vorstellung gewichen, es genüge die stadtteilrelevanten Gremien über Planungsstände in Kenntnis zu setzen um Akzeptanz zu erzeugen.

 

Ähnlich wie der Kita Uffelnsweg geht es anderen professionellen Akteuren im Stadtteil, die mit Unverständnis darauf reagieren, wie spät bzw. in welch geringem Umfang ihr Sachverstand und ihr Planungswissen abgefragt wird. Von der Fläche einmal abgesehen, spricht auch die Konzeptionsentwicklung des „Hauses der Begegnung“ eine deutliche Sprache: die jahrelangen Planungsvorläufe zur Seniorenarbeit im Quartier werden nur ansatzweise berücksichtigt; interessierte Betreiber/Investoren legen Konzepte vor, auf die es monatelang keinerlei Rückmeldung gibt; es entstehen neue Nutzungsideen ohne dass diese ausreichend im Stadtteil diskutiert werden können; es gibt keine Abstimmung der Nutzungsideen mit den Konzepten umliegender Einrichtungen usw.

Wir fragen: Wo bleibt da der in Hochglanzbroschüren gepriesene „Dialog“?

 

Mittel- bis langfristig gesehen scheint uns die von der Arbeitsgruppe „Nordufer“ des Stadtteilbeirats angeschobene Diskussion um die Verlagerung der gewerblichen Flächen vom Uffelnsweg/Hovestieg an das Nordufer und die Bebauung der jetzigen Gewerbefläche mit größeren Wohnungen für Familien mit Kindern (und Wohnungen für ältere Menschen mit Assistenzbedarf) als der geeignetere Weg, Stadtteilbedarfe für alle Beteiligten gewinnbringend zu decken. Hier könnte auch das „Haus der Begegnung“ entstehen.

Die Hektik, die durch das Fertigstellungsdatum 2013 für das „Haus der Begegnung“ als IBA-Projekt entstanden ist, hat ihre eigene Logik, lässt aber Chancen ein für den Stadtteil Veddel gemeinsam entwickeltes schlüssiges Gesamtkonzept zu realisieren außer Acht.

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One Response to Neubau des „Hauses der Begegnung“ als IBA-Projekt

  1. Klaus Lübke says:

    Unmittelbar während und nach der Erörterung im Stadtteilbeirat wurde bekannt, das sich mehrere der Institutionen die oben genannt worden sind von dem Papier distanzieren. Offenbar waren in der Sitzung in der diese Stellungnahme beschlossen wurde nur wenige Institutionen anwesend.
    Inzwischen gab es ein Gespräch einer Arbeitsgruppe des Stadtteilbeirates an der Vertreter der Kita Uffelnsweg, dem Bezirksamt, der IBA, Der AWO, der Bezirksversammlung und von Veddel Aktiv teilgenommen haben. Sie sind sehr konstruktiv verlaufen. Wegen einer längeren Erkrankung der Bezirksamtsmitarbeiterin konnten sie noch nicht fortgesetzt werden.

    Für die IBA muss das eine seltsame Erfahrung gewesen sein: Der Beirat wurde ganz am Beginn der Planungsphase sogar noch vor der Bezirksversammlung mit einer Präsentation informiert. Das sofort der Vorwurf aufkommt, man sei nicht einbezogen worden ist absurd, weil man ja ganz am Anfang steht und diese frühe Information ja gerade dem Zweck dienen sollte den Beirat und seine Mitglieder einzubeziehen.
    Dieses Missverständnis ist inzwischen aufgeklärt.

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